Nach neusten Berechnungen soll es im menschlichen Gehirn mehrere Hundert bis mehrere Tausend verschiedene Typen von Nervenzellen geben. Sie unterscheiden sich unter anderem in ihrer Funktion, der Anzahl und Länge ihrer Zellfortsätze und ihrer Vernetzung. Auch sind die von ihnen in die Synapsen freigesetzten Neurobotenstoffe unterschiedlich, und je nach Region im Gehirn – etwa der Großhirnrinde oder dem Mittelhirn – sind andere Zelltypen aktiv.
Forschende haben bisher Protokolle entwickelt, um in vitro einige wenige Dutzend verschiedene Nervenzelltypen herzustellen. Wenn man Zellkulturmodelle für Krankheiten wie Alzheimer, Parkinson oder Depressionen entwickeln will, müsse man jedoch berücksichtigen, welcher Typ von Nervenzelle in die Krankheit involviert ist, ist Prof. Barbara Treutlein und ihr Team überzeugt.
Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler räumen ein, dass sie längst noch nicht alle Typen von Nervenzellen, die es gibt, in vitro erzeugt haben.
Originalpublikation:
Lin HC, Janssens J, Eisinger B, Hornauer P, Kroell AS, Santel M, Pascual-Garcia M, Okamoto R, Karava K, He Z, Priouret M, Schröter M, Camp JG, Treutlein B: Human neuron subtype programming via single-cell transcriptome-coupled patterning screens. Science, 10. Juli 2025, doi: 10.1126/science.adn6121
Quelle und weitere Informationen:
https://ethz.ch/de/news-und-veranstaltungen/eth-news/news/2025/07/sehr-viel-mehr-als-zuvor-ueber-400-unterschiedliche-typen-von-nervenzellen-erzeugt.html
Dr. rer. nat.
Menschen für Tierrechte - Tierversuchsgegner Rheinland-Pfalz e.V.