Mittwoch, 23 Juli 2025 12:59

Rat der Europäischen Union empfiehlt Beschleunigung des NAM-Ausbaus für Forschung und Testung Empfehlung

Am 24. Juni wurde eine Empfehlung des Europäischen Rates zu einer politischen Agenda für den Europäischen Forschungsraum 2025-2027 veröffentlicht.


Auf Vorschlag der Europäischen Kommission empfiehlt darin der Europäische Rat, aufgrund vielfältiger und noch nie da gewesener Herausforderungen, dass sich die EU entschiedener der Forschung und Innovation in Europa widmen soll, um die Schwachstellen Europas zu verringern und sein volles Potenzial im gesamten Europäischen Forschungsraum (EFR) auszuschöpfen.
Obwohl seit 2022 im Rahmen der ersten politischen Agenda erhebliche Fortschritte erzielt worden seien, müsse noch mehr zur Entwicklung eines voll funktionsfähigen EFR unternommen werden. Die nun erschienene zweite politische EFR-Agenda 2025-2027 ist darauf ausgelegt, die nationalen Forschungs- und Innovationssysteme zu stärken und die komplexen globalen Herausforderungen, mit denen Europa konfrontiert ist, anzugehen.

Unter Prioritätsbereich Nr. 2 werden z.B. neben einem Anstieg der Investitionen in Forschung und Innovationen eine Beschleunigung der auf neuen Ansätzen beruhenden Methoden (new approach methodologies – NAMs) ausdrücklich empfohlen. 

Ziel der Maßnahme sei es, durch ein abgestimmtes und koordiniertes Vorgehen in den Mitgliedstaaten und gegebenenfalls assoziierten Ländern die Entwicklung, Validierung/ Qualifikation, Akzeptanz und Einführung von auf neuen Ansätzen beruhender Methoden (NAMs) in der biomedizinischen Forschung und bei den gesetzlich vorgeschriebenen Testungen für Arzneimittel und Medizinprodukte voranzutreiben.

Zwar seien die Mitgliedstaaten an die Richtlinie 2010/63/EU gebunden, in der die Vermeidung von Tierversuchen in Forschung, Bildung und gesetzlich vorgeschriebenen Testungen gefordert wird, sobald validierte alternative Ansätze verfügbar sind. Es gäbe jedoch bislang keinen Koordinierungsmechanismus, um die Entwicklung und Validierung von NAMs sicherzustellen. 

Alle Akteure sollen aktiv in die EFR-Maßnahme einbezogen werden, indem eine EU-weite Koordinierung eingerichtet wird, an der einschlägige Ministerien, Regulierungsstellen, Forschungsförderorganisationen, Hochschulen, die pharmazeutische und medizinische Industrie, Auftragsforschungsinstitute (CRO), kleine und mittlere Unternehmen (KMU) und Start-up-Unternehmen beteiligt sind.

Quelle und weitere Informationen:
Council Recommendation of 24 June 2025 on the European Research Area Policy Agenda 2025-2027 (Text with EEA relevance), ST/9236/2025/INIT.
https://eur-lex.europa.eu/eli/C/2025/3593/oj

https://ec.europa.eu/commission/presscorner/detail/en/ip_25_1686

Communication from the Commission to the European Parliament, the Council, the European Economic and Social Committee and the Committee of the Regions. Choose Europe for life Sciences - A strategy to position the EU as the world’s most attractive place for life sciences by 2030. COM/2025/525 final
https://eur-lex.europa.eu/legal-content/EN/TXT/?uri=celex:52025DC0525