Das sind zunächst einmal erfreuliche Nachrichten. Jahrelang hat der Bundesverband Menschen für Tierrechte auf die Vermittlung überzähliger "Versuchs"tiere hingewirkt. So war Menschen für Tierrechte in die praktische Vermittlung der Laborratten des Hamburger LPT (Laboratory of Pharmacology and Toxicology) im Februar 2020 involviert. Der Verband nahm zudem an zahlreichen Meetings des Runden Tisches des Tierschutzbeirats NRW von 2022 bis teil. Die Arbeit gipfelte in einer "Handlungsempfehlung zur Vermeidung von Tieren, die nicht zu wissenschaftlichen Zwecken eingesetzt werden können" vom Februar 2025, die jährlich überarbeitet werden sollte. Darin geht es unter Punkt 3.4b um die Abgabe von Tieren aus Wildtypzuchten an Privatpersonen (sog. Rehoming, unter Etablierung eines geeigneten Adoptionsprogramms). Das Translational Animal Research Center (TARC) in Mainz ist seit einigen Jahren bestrebt, auch überzählige Versuchstiere wie Ratten und Mäuse zu vermitteln. Sogar war es möglich, sich für die Vermittlung von Versuchstieren in Privathaushalten in nicht unerheblicher Zahl für den 3R Award zu bewerben - nur hat es niemand getan oder gewusst. Bedauerlicherweise ist das Seminar beim BfR mit Kosten verbunden, sogar die Online-Teilnahme.
Die Hoffnung besteht, dass durch die Plattform ein Schwung entsteht, der den Tieren beim Finden eines neuen Zuhauses zugute kommt. Auch wenn vielleicht am Ende nicht alle überzähligen Versuchstiere vermittelt werden können: jedes Tier verdient eine Chance.
Weitere Informationen:
https://www.bfr.bund.de/mitteilung/aus-der-versuchstierhaltung-zur-adoption-freigegeben/
https://veranstaltungsbuero.berliner-fortbildungen.de/55-seminar-ueber-versuchstiere-und-tierversuche.html
https://www.unimedizin-mainz.de/tarc/tierschutz/rehoming.html
https://www.unimedizin-mainz.de/tarc/ueber-uns/auszeichnungen-und-presse.html
Interview mit der Universität Mainz zum Rehoming:
https://www.bundesnetzwerk-3r.de/
Dr. rer. nat.
Menschen für Tierrechte - Tierversuchsgegner Rheinland-Pfalz e.V.