Donnerstag, 28 Mai 2026 09:52

Schweiz: Tierversuchsreduktion dank KI Empfehlung

Forschende der Swiss Federal Laboratories for Materials Science and Technology im Schweizerischen Dübendorf haben ein KI-gestütztes Computermodell einer Labormaus entwickelt, das mithilfe von maschinellem Lernen voraussagen kann, wie sich verschiedene Nanomaterialien im Organismus der Maus verteilen. Das Modell soll künftig nicht nur als Entscheidungshilfe bei der Medikamentenentwicklung dienen, sondern auch die Anzahl an Tierversuchen reduzieren. 

Nanopartikel als Transportmittel durch den Körper könnten z.B. chemotherapeutische Wirkstoffe über die Blut-Hirn-Schranke ins Gehirn transportieren, wo diese dann den Hirntumor bekämpfen können. Dafür müssen Forscherinnen und Forscher zunächst wissen, wie sie sich im Körper verteilen und das Zielorgan erreichen, ohne Schaden im Körper anrichten. Bislang wurden dafür Mäuse verwendet, was nicht nur aufwändig, langwierig und teuer, sondern auch aus ethischer Sicht problematisch ist.

Deshalb hat Jimeng Wu, Doktorandin am EMPA, unter der Leitung von Prof. Peter Wick und Prof. Bernd Nowack ein pharmakokinetisches Modell (PBPK-Modell) entwickelt, das auf Daten früherer Mausstudien basiert. Mit dem Modell lassen sich derartige Tests viel schneller durchführen.

Originalpublikation:
Wu J, Wick P, Nowack B. Data-Driven Prediction of Nanoparticle Biodistribution from Physicochemical Descriptors. ACS Nano. 2025 Jul 29;19(29):26425-26437. doi: 10.1021/acsnano.5c03040. Epub 2025 Jul 16. PMID: 40667750; PMCID: PMC12312149. https://doi.org/10.1021/acsnano.5c03040

Quelle und weitere Informationen:
https://www.empa.ch/web/s604/ki-mausmodell-bringt-medizinische-forschung-voran